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Die Abwrackprämie - eine Prämie für nachhaltige Umweltzerstörung


Als ich mich interessehalber auf der Website des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle über die Abwrackprämie informieren wollte und erfuhr, dass diese offiziell als Umweltprämie bezeichnet wird, wurde ich von Empfindungen übermannt wie einmal in Barcelona, als sich ein Kleinkrimineller, dem ich freundlicherweise die Uhrzeit sagen wollte, mit merkwürdiger Eile entfernte - und dank des geschickten Einsatzes seines minderjährigen Komplizen gleichzeitig mein Reisegepäck.


Die Liebe zum Auto wird zur Zeit so konzertiert betrieben, dass man mit gutem Recht daran erinnern darf, - die Zeiten der staatlich verordneten Wirtschaftskriminalität sollten eigentlich vorbei sein! Oder will sie da jemand doch noch etwas verlängern ...


Es soll in Deutschland auch lange nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches noch Leute gegeben haben, die ihre Liebe zum Führer nicht aufgeben wollten. Wie harmlos nimmt sich dagegen die vielbeschworene Liebe des Deutschen zum Auto aus, die in der Nachkriegszeit das Vakuum füllen sollte.

Jetzt wird der Inbegriff komfortabler Kriegführung und Umweltzerstörung durch eine "Umweltprämie" gefeiert - wenn das kein Wink mit dem Zaunpfahl ist.

Schade, dass sich Kadavergehorsam und das süße Gift des Neoliberalismus so sehr in die Köpfe eingefressen haben, dass die Protektionierung des Automobils tatsächlich als angemessene Konjunkturmaßnahme begrüßt wird.


Wo bleibt die Aufrechnung der volkswirtschaftlichen Schäden durch die vielen Autos - oder sollten diese ebenfalls als Konjunkturanreiz aufgefasst werden?

Wenn den deutschen Politikern derartige Konjunkturen so sehr am Herzen liegen, dann sollten sie lieber Russland angreifen, die Schäden wären größer und die Konjunkturanreize dadurch wirklich nachhaltig.


Massenparteien und Militärjuntas versuchten auch in der Nachkriegszeit, durch Unpolitik so etwas wie duldende Solidarität in der Bevölkerung zu erzeugen.

Von der CDU ist man nichts anderes gewohnt. Aber auch die SPD scheint bis oben hin von Wirtschaftskriminellen, Spionen anderer Parteien - und vor allem Autofaschisten unterwandert zu sein.

Wer sich von dieser Art Bordell bedienen lässt, muss wirklich abartig sein. Ich lasse mich jedenfalls nicht mehr verscheißern.


Warum behelligen diese Schweinepriester des Auto-Kults die Bevölkerung und gehen nicht einfach nach Wolfsburg?

Millionen neue Autos und die Betonierung des Opel-Standorts Deutschland bedeuten  auch für Sie  eine deutliche Verschlechterung der Lebensqualität! - Die dem Wahlkampf geschuldete Verteilung von Milliarden Euro Steuergeldern an Autofahrer ist unsozial und führt die Zerstörung des Ökosystems gezielt herbei. Diese Tatsache entlarvt die schönen Worte von Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den Wahlprogrammen als reine Lügen.

Diese Regierungskoalition verlangt allen Ernstes von ihren Bürgern, dass sie die dringend erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Ressourcen und des Klimas selbst in die Hand nehmen - indem sie freiwillig auf die Abwrackprämie (und die privilegierten Industriearbeiter-Jobs) verzichten.


Warum erhalten Umweltzerstörer 2500 vom Staat,  Arme  und rechtschaffende Fußgänger aber nicht? Das ist eine Diskriminierung, die gegen jedes Recht verstößt.



  Stephan Theodor Hahn, Bad Breisig, am 23.4.2009





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