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Geschichte und Kritik der materiellen Kultur









Die Hoffärtigen


Irgendwann um 2003 ist mir etwas im Stil buddhistischer Sutren herausgerutscht.


Um diesen unerträglichen Schmerz sinnloser Arbeiten, zweckloser Rechtfertigung dieser sinnlosen Arbeiten, der Schamgefühle wegen dieser Rechtfertigungen und der Erkenntnis der Sinnlosigkeit aller Schamgefühle zu betäuben, verbringe ich freie Zeit mit Bier, um nicht diese freie Zeit mit der Anstrengung zu verbringen, nicht daran denken zu müssen, meines Rechtes auf eine selbstbestimmte Existenz beraubt zu sein und darüber hinaus sogar dieser selbstbestimmten Existenz selbst, und diesen unerträglichen Zustand nicht ertragen zu können.


Denn viele glauben, Größe bezeugen zu müssen durch falsche Rede, Unterlassen des Nachdenkens über das Unrecht, Rechtfertigung des Unrechts durch Hoffart, Rechtfertigung der Hoffart durch Unrecht.


Aber was ist Hoffart?

Hoffart ist die Rechtfertigung sinnloser Arbeit, Hoffart ist die Verleugnung von Schamgefühl, Hoffart ist die Verleugnung der eigenen selbstbestimmten Existenz und die der anderen.

Hoffart ist die Rechtfertigung des Unrechts, der falschen Rede, der Nichtexistenz und des Scheins.

Hoffart ist die Vortäuschung von Werten, die sich aus den sinnlosen Wirkungen der Hoffart selbst ergeben oder aus dem Nichts.

Hoffart ist die Vortäuschung einer vorgegebenen Dominanz und gleichermaßen auch die Vortäuschung der eigenen Dominanz um der Vorherrschaft vorgetäuschter Werte willen.


Der militärisch-industrielle Komplex ist Hoffart, die Auslöschung der eigenen Existenz und der anderer ist Hoffart.

Die Penetrierung alles und jedens mit dem Vorrang bestimmter Interessen ist Hoffart.

Die Überzeugung, unter seinesgleichen zu sein, ist Hoffart.



©  Stephan Theodor Hahn, Bad Breisig, am 27.10.2021